| Die Kulturhauptstadt Europas als Instrument der Stadtplanung |
| Donnerstag, 05. August 2010 um 12:24 Uhr |
|
von Dipl.-Ing. Nora Reikl
Veranstaltungen im Sinne der Stadtplanung zu nutzen ist nicht neu – neu ist aber die Intensität und Häufigkeit mit der diese durchgeführt werden. Die Festivalisierung der Stadtplanung bringt eine Reihe von Chancen mit sich, die es zu nutzen gilt; birgt aber zum Teil auch Risiken in sich. Die Kulturhauptstadt Europas selbst kann dabei als systemische Intervention verstanden werden. Die Stadt oder Region wird zum »lernenden System« auf der Suche nach Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten. So wird die systemische Intervention als Planungsansatz mittels der vier Komponenten Probleme, Ziele, Methoden und Hintergrundwissen definiert. Graz war 2003 Kulturhauptstadt Europas; die Stadt rückte sich selbst in das Zentrum Europas und der Aufmerksamkeit. Anhand des Fallbeispiels Graz 2003 werden die Wirkungen und die Nachhaltigkeit der Kulturhauptstadt Europas diskutiert. |

Angesichts der aktuellen Trends in der räumlichen Entwicklung wird die Planung vor neue Herausforderungen gestellt. Kultur als umfassendes und verbindendes Thema spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Kulturhauptstadt Europas ist mehr als eine Auszeichnung im herkömmlichen Sinn. Sie ist ein oft längst überfälliger Impuls für die Entwicklung einer Stadt oder Region. Sie ist ein Instrument zur Bewältigung von räumlichen und sozialen Problemstellungen. Sie ist ein Experiment zur Erprobung neuer Lösungswege. Sie kann Grundsteine legen, aber keine Wunder bewirken.